Dienstag
Wir werden von Squirrels auf dem Dach geweckt, die Stteifenhörnchen tippeln über das Blech. Es ist sonnig mit Schleierwolken, und es wird schnell sehr warm. Der erste Tag im Halbarmhemd.
Wir kommen später los als geplant. Erster Stopp ist - zurück in Virginia - Front Royal, "The Gateway to Shenandoah-Nationalpark" zu Füßen der Appalachen. Wir halten auf einem 7Eleven-Parkplatz , hier bekommt unser Zwerg seinen Mittagsbrei, er ist gezwungenermaßen schon voll amerikanisiert: Nach Squash - das ist Gartenkürbis - und Sweet Potatoes gibt es heute Pure Pumpkin. Er isst alles mit Begeisterung , genauso wie den neuerdings gebotenen abendlichen Haferbrei - ihm schmeckt zum Glück alles gut was nicht als Milch aus der Flasche kommt. Das Erwachsenen- Mittagessen hole ich bei einem Subway; ist bei denen eine Sandwichbestellung schon in Deutschland eine Herausforderung wird diese auf Englisch mit pakistanischen und indischen Angestellten potenziert. Am Ende halte ich zwei Sandwiches in der Hand die lecker sind aber nicht genau das was ich bestellt hatte....
Dann starten wir in den Nationalpark. Auf seiner gesamten Länge durchzieiht ihn der Skyline Drive, immer oben auf den Bergrücken mit tollen Aussichten, dabei gut ausgebaut und trotz großer Höhenunterschiede nur moderaten Steigungen. Zunächst warnt aber ein Schild vor einer geringen Durchfahrtshöhe an einem Tunnel, nur sehr knapp über unserem Limit. Wir informieren uns an der Parkeinfahrt; das sei kein Problem, meint die Parkrangerin, es kämen sehr oft RVs wie das unsrige durch, der Tunnel sei nur ganz an den Seiten so knapp bemessen wie angeschlagen. So kaufen wir die Eintrittskarte - für 80 Dollar bekommt man die "America the Beautiful"-Parkkarte, die ein Jahr lang in allen Nationalparks zwischen Alaska, Florida, Kalifornien und Hawaii gilt, bei diesem Weltklasse-Angebot fast ein Schnäppchen.
Dann geht es bergauf und bergab über eine herrlich trassierte breite Straße viele Kurven natürlich, aber keine Serpentinen und keinerlei steile Passagen, immer wieder laden Park- und Haltemöglichkeiten an Lookout zu Panoramen ein - eine wunderbare Straße. Es ist zum Glück sonnig und nur wenig diesig. Zudem ist es endlich so warm, dass wir die Klimaanlage anmachen müssen.
Absoluter Höhepunkt dann irgendwo im Wald am Straßenrand: Ein Schwarzbär, unglaublich. Er stöbert keine 5 Meter vom Bordstein weg durch das Gras. Wir sind überwältigt von diesem Glück, nie hätten wir gedacht, vom Camper aus einen wild lebenden Bären zu sehen.
Auf halber Strecke des Skyline Drives nehmen wir die Nationalpark- Ausfahrt nach Luray/Virginia. Hier wollen wir auf einem wie sich herausstellt sehr feinen kleinen Campground übernachten.
Zum ersten Mal auf dieser Tour gönne ich mir die ganz innigen Freuden des Camperlebens: Die Dump-Station, d.h. das Ablassen des Brauch- und Toilettenwassers ("Black Water"). Irgendein Spaßvogel hat irgendwann das außen angebrachte Black Water-Ventil des Wagens aufgedreht, was mir jedoch nicht direkt auffällt, so dass erstmal ein ordentlicher Schwall Ekelbrühe herausläuft, bevor ich den Ablassschlauch dran habe. Merde. Ventil zu, Deckel wieder auf, Schlauch dran - dann geht es. Die fehlabgelassene Stinker- Pfütze schwemme ich mit viel Wasser weg. Nächste Aufgabe: Frischwasser. "Reinlaufen lassen bis es überläuft hat der Instrukteur in New York gesagt. Ich lasse laufen und laufen, bis irgendwann ein anderer Camper fragt, ob mein RV kaputt sei weil unten Wasser ausfließt. Er schaut sogar halb unters Fahrzeug nach dem Schaden als ich ihn doch ein wenig geschockt anschaue. Es ist jedoch alles ok das Überlaufventil ist - das hatte der Typ in New York wohl irgendwie vergessen zu erwähnen - unter dem Fahrzeug und da läuft es dann....
Als später beim Abendessen unser Toaster noch den Feueralarm in der Kabine auslöst sind wir endgültig als Absolute Beginners geoutet.

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