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Donnerstag, 9. Mai 2019

Dienstag
Diese Nacht hielt uns unser Zwerg auf Trab, daher kommen wir erst spät in die Gänge. Wir verlassen Townsend, ignorieren die Touristenhochburgen Gatlinburg, Pigeon Forge und Sevierville - auf der Tennessee- Seite der Berge scheint deutlich mehr los zu sein als auf der von North Carolina - und haben nach den letzten Hügeln die Appalachen verlassen, die uns über viele Tage begleitet hatten.

Heute gilt es, ein wenig Meilen zu machen Richtung Westen, insgesamt werden es heute 180 werden. Bei Knoxville überqueren wir den Tennessee-River.  Auf der Interstate sind wir mit 55-60 Meilen ein Verkehrshindernis, in einer Tour werden wir von Lastwagen aller Größe und Lautstärke überholt; zumindest Lastwagenfahrer scheinen die Toleranzgrenze der Polizei genau zu kennen, denn an die für LKW vorgeschriebenen 55 Meilen (sonst 65) hält sich niemand.

Einmal überholt uns sogar ein Haus, eines dieser Fertighäuser, die zu Tausenden an den Straßen stehen, auf einem LKW auf 2 Spuren, geschützt nur von 2 Begleitfahrzeugen, und mit mindestens 60 Meilen unterwegs.

In Crossfield verlassen wir die Interstate zum Tanken. Für die Mittagspause des Zwergs stellen wir uns auf den Parkplatz von Hardee's, und wo wir schon mal da sind probieren wir den uns unbekannten Burger-Brater direkt aus, kann man sehr gut essen.

Dann geht es über Landstraßen, die zumeist 4-spurig ausgebaut sind, durch dünn besiedeltes Hügelland weiter. Oft ist viele  Kilometer lang kein Haus zu sehen, dann tauchen plötzlich 3-5 Kirchen und ein Dollar General-Supermarkt auf, wie als Beweis, dass hier tatsächlich Menschen leben. Wie wird das erst in Oklahoma werden?

Wir passieren Sparta und McMinniville - beides für hiesige Verhältnisse Zentren des urbanen Lebens - und erreichen schließlich Manchester/ Tennessee. Irgendwo auf dieser Strecke haben wir uns nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich von der Ostküste entfernt, denn ab sofort gilt nicht mehr die Eastern Standard Time, sondern die Central Standard Time  d.h. die Uhr wird eine Stunde zurückgestellt.

Die Campsite in Manchester rühmt sich in der vor verliehenden Awards strotzenden
Eigenwerbung, wenn nicht der beste Campingplatz Amerikas so doch zumindest der Beste im KOA-Universum zu sein. Tatsächlich ist der Platz richtig gut, sauber, mit Teich und vielen Spielmöglichkeiten für Kinder.  Nur haben sie in der Werbung vergessen zu erwähnen, dass der Platz unmittelbar an der vielbefahrenen Interstate 24 liegt, die von Chicago nach  Atlanta führt , was draußen für eine  nicht unerhebliche Lärmbelästigung sorgt. Trotz herrlich warmer Temperaturen verbringen wir den Abend  also weitgehend drinnen.

Vorher haben wir jedoch noch festgestellt, dass wir bisher die Dimensionen unseres RVs völlig falsch eingeschätzt haben: Wir haben das mit Abstand kleinste Gefährt auf dem Platz.

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