Samstag
Die Zufahrt von Flagstaff zum Grand Canyon ist bereits ein Erlebnis für sich:
Die Zufahrt von Flagstaff zum Grand Canyon ist bereits ein Erlebnis für sich:

Erst geht es unterhalb schneebedeckter Berge durch lockeren Kiefernwald, dann über viele Kilometer schnurgerade durch eine steppenartige Ebene, und schließlich durch eine Wüste aus rotem Fels und Sand in der nur noch hartgesottene Grasbüschel überleben.
An einem Kreisverkehr im Nirgendwo, aber ausgestattet mit einer Tankstelle und einem Burger King, biegen wir ab Richtung Nationalpark. Die Straße führt höher und höher, der Ausblick in die Wüste geht immer weiter, nur der große Canyon zeigt sich noch nicht, nur ein kleiner.
Irgendwann - man war fast geneigt zu sagen "Es zieht sich" - passieren wir die Einlasskontrolle zum Nationalpark wieder mit unserer Jahreskarte.
Dann biegen zum Aussichtspunkt "First view to the canyon" ab. Ein paar Schritte, der Zwerg im Kinderwagen, und es tut sich vor uns der Boden auf. Wir stehen am Grand Canyon.

Es ist kaum in Worte zu fassen wie ungeheuer tief und breit diese Schlucht ist, wie spektakulär die Zerrissenheit der Felswände, wie verspielt die farblichen Nuancen der Felsen, wie zerklüftet die unzähligen in den Canyon hinabführendem Neben-Schluchten - es fehlt einfach der Vergleichsmaßstab, sowohl beim Blick in die Tiefe wie auch beim nachträglichen Beschreiben. Man fühlt sich sehr klein vor diesem Weltwunder.
Leider ist es auch ungeheuer voll, wie aber für den Samstag des Memorial Day-Wochenendes nicht anders zu erwarten gewesen war. Freie Parkplätze sind nicht zu finden, alles ist überfüllt. Wir entdecken schließlich einen abseitigen Parkplatz mit RV-Spuren, die zum Großteil aber auch von PKWs zugeparkt sind . Wir müssen nun mit dem Bus fahren, hierfür gibt es ein eng getaktetes System kostenloser Buslinien.

Am Visitor Center und den dahinter liegenden Aussichtspunkten sehen wir dann deutlich mehr Touristen als bislang während der gesamten Amerika- Tour, unter anderem sehr viele Asiaten deren endlose Selfie-Allüren eine Show für sich ist.
Nachdem wir die Standardaussicht am Mather- Point ausgiebig bestaunt haben, nehmen wir die orange Buslinie zur Yaki-Point- Aussicht. Hier ist es deutlich ruhiger.
Erstaunlicherweise tun sich die Amerikaner im Bus offensichtlich sehr schwer, einen Platz freizumachen für Väter oder Mütter mit Baby. Im ersten Bus müssen wir stehen mit dem Zwerg im Arm, im zweiten Bus bedarf es des Engagements des Busfahrers, dass sich jemand erhebt, im dritten Bus bitte ich dann selbst. Ein krasser Gegensatz zum sonst allgegenwärtigen 'Ohh, he is so cute!"
Auf dem Weg zur Campsite wird die Nationalpark- Straße gesäumt von äsenden Hirschen, die keinerlei Scheu vor dem Verkehr haben. Der Campingplatz selbst liegt direkt südlich des Parkeingangs und erweist sich gleichzeitig sowohl als preislich sportlich als auch sehr rudimentär: Eine Wiese mit spärlich gekiesten Stellplätzen, Duschen kostet extra. In dieser Lage braucht es halt keinen Schnickschnack für ein kontinuierliches "Sold Out".





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