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Freitag, 24. Mai 2019

Mittwoch
Das Wetter ist gut, der Wind hat fürs erste abgeflaut, so können wir heute weiterfahren. 

Wobei die Weiterfahrt erst einmal zurück nach Albuquerque geht, denn wir müssen zum Ölwechsel. Klingt komisch, ist aber so: Alle 3000 Meilen sind wir verpflichtet, bei unserem RV Öl und Ölfilter wechseln zu lassen. Komische Motoren werden hierzulande verwendet: In Neuseeland waren für uns 10.000 Kilometer mit nur einem Öl möglich, hier wäre dann schon der zweite Boxenstop erforderlich. Die Kosten werden zwar ersetzt, lästig ist es trotzdem....

Wir fahren also zurück in fen Talkessel des Rio Grande und beim hiesigen Marktführer, einer Kette mit tausenden Filialen, auf den Hof. Dort holen wir uns  jedoch erst einmal eine Absage: Wir sind  mit Klimaanlage auf dem Dach zu hoch für deren Halle. Kein Problem, die Straße runter gibt es noch zwei Filialen, und bei einer passen wir sowohl in die Werkstatt als auch in den Terminkalender. Man fährt vor, steigt aus, den Rest machen die Spezialisten. Während wir also bereitgestellen Kaffee und Cola genießen, (Popcorn wäre auch vorrätig gewesen) können wir durch die Scheibe zuschauen, wie der Wagen in die Werkstatt rangiert wird - Zentimeterarbeit - und die Arbeiten verrichtet werden. Beim Rausfahren - gerade als wir angetan sind vom schnellen und unkomplizierten Prozedere - hat sich das mit den Spezialisten aber erledigt: Entsetzt müssen wir zusehen, wie diese die Länge unseres RVs falsch einschätzen und diesen solide mit dem Einfahrtstor kollidieren lassen.  Merde! Erwischt hat es das Sonnenvordach, das zerschlitzt und verschrammt ist. Zum Glück ist die Schuldfrage zweifelsfrei und wird entsprechend dokumentiert . Nun sind Schäden aufzunehmen, Anrufe beim RV- Verleiher zu tätigen, und es ist zu entscheiden: Reparieren oder weiterfahren. Wir entscheiden uns für weiterfahren, da keine kriegsentscheidenden Systeme betroffen sind und wir mit dem Zwerg nicht stundenlang warten können. Trotzdem ist so was im Ausland bei einem Leihfahrzeug ein Alptraum. Wir hoffen nun, dass bei der Abgabe in Los Angeles nicht doch noch irgendwas an uns hängenbleibt.


Zum Glück bringt uns die phänomenale Landschaft schnell auf andere Gedanken. Wir nehmen heute erstmal die Interstate 40 Richtung Flagstaff.  Diese verläuft durch abwechslungsreiche Steppengegend, die von rötlichen Felsformationen und kleinen Mesas (Tafelbergen) durchsetzt ist; den fernen Horizont bilden höhere Berge, auf denen manchmal noch Schnee liegt.

In Laguna verlassen wir die Autobahn, die Route66 entfernt sich ab hier von dieser und führt durch einsame grünbraune Ebenen, passiert mal mehr mal weniger verlassene Dörfer und führt dann durch ein prähistorisches Lavafeld.

Kurz vor unserem Tagesziel Grant, das wir nach 80 Meilen schon am frühen Nachmittag erreichen, gelingt  mit einem längeren Sprint zur Fotostelle noch ein Güterzug- Bild an der vielbefahrenen Bahnstrecke Albuquerque- Los Angeles.

Die KOA-Campsite in Grant liegt ebenfalls in einem alten Lavafeld. 
Sie ist klein und wird sehr herzlich geführt. Neben einem angelegten informativen Rundweg durch die Lava wartet sie noch mit einem Spezial-Service auf: Abends wird gekocht und ans RV geliefert. Wir wählen "Suzanne's Favourite Plate" (wirklich!) und zum Nachtisch einen leckeren Pie mit Vanilleeis.

So geht der Tag, der so ärgerlich begann, mit einem sehr gelungenen Abschluss zu Ende.






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