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Sonntag, 26. Mai 2019

Freitag
Die Heizung lief die ganze Nacht, so blieb es in unserem RV trotz leichtem Nachtfrost erträglich. Zum Glück ist der Himmel am Morgen endlich mal wieder strahlend blau.

Nachdem das miserable Wetter die meisten unsere Nationalpark-Pläne ruiniert hat - neben Mesa Verde mussten wir auch Bryce Canyon, Zion,  Arches, Sequoia und Yosemite streichen - wollen wir heute endlich unsere Nationalpark- Jahreskarte mal wieder zum Einsatz bringen, und zwar im Petrified Forrest-NP, der Park der versteinerten Bäume.

Dieser liegt 20 Meilen östlich von Holbrook in der Wüste mit direktem Interstate- Anschluss.  Er besteht aus zwei Teilen, zum einen aus der sogenannten Painted Desert, also der farbigen Wüste, zum anderen dem untergegangen versteinerten Wald.


Die  Painted Desert gefällt uns außerordentlich gut. In verschiedensten Gelb- und Rottönen bis hin zu lavendelfarben liegt die Wüste mit weiten Ebenen, Canyons und dramatischen Felsformationen vor uns. Beeindruckend ist auch wieder die - man muss es wieder sagen -  Endlosigkeit der Weite in dieser Landschaft, in der Ferne sind in mehreren Richtungen auch wieder schneebedeckte Berge zu sehen.  
Hjh
Im südlichen Parkteil einige Meilen weiter liegen die versteinerten Stämme zu Hunderten im Wüstensand, auch das ist beeindruckend.
Der Nationalpark ist sehr autofreundlich, eine Straße führt vom nördlichen zum südlichen Eingang. Von der Südausfahrt führt eine fast schnurgerade Straße zurück nach Holbrook zurück. Hier passieren wir das bekannte Wigwam-Motel und wechseln dann mangels interessanter Alternativen wieder auf die Interstate Richtung Westen, die wir in Winslow kurz zum Einkaufen wieder verlassen.
Durch die raumlose Weite der Wüste fahren wir auf hohe schneebedeckte Berge zu, die erst klein am Horizont zu sehen sind und dann immer näher kommen. Es sind die San Francisco- Mountains direkt hinter Flagstaff.
Unser nächstes Ziel ist der Meteor- Krater. Vor 50,000 Jahren ist hier ein Meteor aufgeschlagen und hat einen kreisrunden vollständig erhaltenen 175 Meter tiefen und 1.250 Meter durchmessenden Krater geschaffen, den man vom oberen Rand her besichtigen kann. Hier ist also ein Bote aus dem All eingeschlagen;  was wäre passiert, wenn der Meteor mehr als 25 Meter Durchmesser gehabt hätte? Auch das ist wieder sehr imponierend.

Einige Meilen weiter wartet eine echte Ikone der Route66 auf uns. Vor einem verlassenen Tradingpost und Tankstelle in der Einsamkeit ist neben einigen Ruinen nur noch das Markenzeichen erhalten geblieben: Zwei große Pfeile, früher eine Neon-Reklame, die noch in der Erde stecken. Hier stoppt jeder 66-Tourist.  

An Winona vorbei - bekannt nur durch eine Liedzeile in der 66-Hymne "Get your kicks on Route66" und ansonsten vergessenswert - erreichen wir Flagstaff. Hier steht bei der Abfahrt von der Interstate zum ersten Mal  "Los Angeles" auf den Schildern und erinnert uns an die Endlichkeit unserer Tour. Das wollen wir aber heute noch gar nicht lesen und blicken auf das zweite Schild:  Page steht dort, diese Richtung steht morgen auf dem Programm, der Weg zum Grand Canyon.

Die KOA-Campsite  Flaggstaff liegt in einem Kiefernwäldchen zu Füßen eines  Berges.  Leider sind die Stellplätze sehr eng  geschnitten, man steht derart nah beieinander wie die Handtücher an einem Strandabschnitt der  Costa Brava. Fast kann man durch das Fenster dem Nachbarn das Steak vom Grill nehmen.

Wir sind gespannt, wie morgen das Ausrangieren zwischen den eingepferchten Wohnmobilen funktionieren soll.


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