Sonntag
Es regnet die ganze Nacht, was heißt regnet: Es gießt und schüttet, dauerhaft. Für diesen North Carolina-Landregen würde es bei uns einen ARD-Brennpunkt geben...
Es regnet die ganze Nacht, was heißt regnet: Es gießt und schüttet, dauerhaft. Für diesen North Carolina-Landregen würde es bei uns einen ARD-Brennpunkt geben...
Aber der Regen ist nicht das einzige Problem in dieser Nacht. Die örtliche Eisenbahngesellschaft hat entschieden, um kurz vor drei einen endlosen Güterzug nach Ashville zu schicken. Mit infernalischem unglaublich lauten Dröhnen der Signalhörner quasi alle 100 Meter windet sich der Zug direkt an unserer Campsite vorbei. Und kaum waren wir wieder eingeschlafen, kam um halb 5 der Gegenzug vorbei. Ich bin ja normalerweise dem Thema Eisenbahn überaus aufgeschlossen aber das war selbst mir zu viel; vom Zwerg ganz zu schweigen, der ebenfalls lautstark not amused war. Übrigens waren das die einzigen Züge auf der Strecke während unseres Aufenthaltes.
Decken wir also den Mantel des Schweigens über diese Horrornacht und diesem bisher schlechtestem Campingplatz. Im Dauerregen klinke ich unseren RV vom Stromnetz ab und rolle das Kabel auf. Das Ehepaar aus New York nebenan bricht auch gerade auf, man winkt sich zu, "Weather could be nicer" "Yeah! Take care“. Dann brechen wir auf.

Es gilt zunächst, ein Problem zu lösen: Welche amerikanische Babynahrung - die im übrigen hier sauteuer ist - verträgt unser Zwerg, nachdem der mitgebrachte HIPP-Vorrat bald zu Ende geht? Der erste Versuch gestern abend schmeckte offensichtlich grauenhaft und kam recht bald wieder zurück. Beim Walmart ist man kulant beim Umtausch von völlig anderswo gekauften Dosen, und der zweite Versuch draußen direkt auf dem Parkplatz läuft vielversprechender.
Dann aber wieder auf den Parkway, zum letzten Mal. Heute über die Balsam Mountains zum Cherokee-Reservat zu Füßen des Great Smoky Mountains-Nationalparks. In eleganter alpiner Straßenführung geht es höher und höher bis zum höchsten Punkt auf dem ganzen Parkway, 6.043 Fuß bzw. über 1.800 Meter hoch.

Das Wetter hat sich ein wenig gebessert, so dass es zwar oft durch Nebel, Wolken und Regen geht, wir gelegentlich aber trotzdem Ausblicke auf dieses großartige Waldgebirge haben.
Am Lookout von Devil's Courthouse, einer spektakulären Felswand, machen wir Mittag.
Dabei erleben wir einen US-Parkranger bei der Arbeit, als er zwei Jungs, die halsbrecherisch im Regen und Nebel über die steilen Felsen stolzieren, mit Blaulicht vom Parkplatz aus von der Wand vertreibt und sie im Anschluss auf dem Parkplatz verwarnt. "Law Enforcement" steht wohl nicht umsonst hinten auf dem Ranger-Wagen.
Der KOA in Cherokee, den wir dann doch bei strahlendem Sonnenschein erreichen - ist sowohl mangels ordentlicher Wegbeschreibung als auch hilfreicher Beschilderung nicht leicht zu finden. Der Platz ist sauber, riesig und völlig leer, wir haben in unserem fußballplatzgroßen Abschnitt nur einen einzigen entfernteren Nachbarn.
Zum Geldwechsel für die Laundry brauchen wir einen viertelstündigen Spaziergang zum Office; wahrscheinlich gehören wir zu den wenigen, die diese Strecke zu Fuß gehen, da man hier ortsüblich eher mit dem Auto fahren würde.





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