Sonntag
Heute weichen wir von unserer Westwärts- Route ab und wenden uns nach Nordost;. Der Wetterbericht gibt uns die Chance zumindest eines unserer Traumziele doch noch zu verwirklichen: Monument Valley.
Heute weichen wir von unserer Westwärts- Route ab und wenden uns nach Nordost;. Der Wetterbericht gibt uns die Chance zumindest eines unserer Traumziele doch noch zu verwirklichen: Monument Valley.
Bereits um 9 Uhr bildet sich ein ordentlicher Stau an der Einlasskontrolle des Grand Canyon- Nationalparks, obwohl 4 Spuren geöffnet sind.

Wir wollen uns nach den Erfahrungen von gestern gar nicht ausmalen, wie es auf den Parkplätzen zugeht und wählen die direkte Route in Richtung des Parkausgangs Desert View, durch den wir gestern eingefahren sind, denn dies ist der einzige Weg in unsere Richtung. An drei Canyon- Lookouts auf dem Weg durch den Park halten wir noch an und sind an diesen Stellen fast die Einzigen; es ist wiederum im Vergleich zu gestern fast intim, wenn man den Blick über den Canyon für sich alleine hat.

Dann lassen wir den Nationalpark hinter uns und beginnen die lange Fahrt durch die Wüste. Erster Stopp zum Tanken und Zwergerl- Lunch ist in Tuba City, ein kleiner Ort im Nirgendwo. Der örtliche Subway hat geschlossen, laut Aushang an der Tür ausverkauft wegen des vorangegangenen Wintereinbruchs. Wir fahren weiter, 80 Meilen bis Kayenta.
Die Wüste entlang der oft über viele Meilen schnurgeraden Straße wird irgendwann wieder grüner, bleibt jedoch bis auf ganz einzelne Behausungen hier und dort oder vereinzelte Tankstellen menschenleer. Erst vor Kayenta erinnern Schulbus- Schilder wieder an so etwas wie Zivilisation, und dass hier in manchnal sichtbaren, manchmal unsichtbaren Häusern Menschen wohnen. Hoffentlich hält das Wetter, es scheint, als wenn es sich eher zuziehen würde.
Kayenta ist eine Ansammlung vieler niedriger Baracken und Häuser - wir vermuten, dass darin überwiegend Indianer wohnen, denn wir sind hier überall im Navajo- und Hopi- Land - sowie entlang der Hauptstraße dem üblichen Mix aus Tankstellen und Schnellrestaurants. Einzige Besonderheit ist ein großer Betonbau ohne Fenster, auf dem "Corrections" steht - ein Gefängnis. Hier in Kayenta teilt sich die Straße, geradeaus führt sie weiter nach Colorado, links zweigen wir ab zum Monument Valley und nach Utah.
10 Meilen hinter dem Ort und einer quadratkilometergroßen Solar-Anlage öffnet sich die Landschaft, da steht der erste rote Felskoloss in der ansonsten flachen Talfläche.

Kurze Zeit später dann der Fernblick auf die bekannte Felsriesen, der mit jedem nähergekommenen Meter großartiger wird. Pünktlich kommt nun auch die Sonne heraus, aber es wird auch wieder recht stürmisch.
Am Beginn der Durchfahrt durch die Felstürme passieren wir die Grenze nach Utah.
Eigentlich müssten wir nun unsere Uhren wieder zurückstellen auf Mountain Time. Da aber sowohl Strecke hinein in diesen Bundesstaat als auch unsere Verweildauer nur kurz sind, nehmen wir den Uhrzeitwechsel lediglich zur Kenntnis.

Es ist nun wie in einem Western, durch dessen Kulisse wir fahren. Die Felsen sind spektakulär in ihrer Schroffheit und Inselhaftigkeit. John Wayne lässt an jeder Ecke grüßen; für mich als bekennenden Western-Fan ist es die Erfüllung eines langgehegten Wunsches, diese wohlbekannte Szenerie live zu erleben.
Begeistert fahren wir weiter über die US163 durch die Steintürme in Richtung Mexican Hat, dem ersten Ort in Utah. Es geht entlang auf jener schnurgeraden Straße mit den roten Felsen im Hintergrund;, ikonenhafter Schauplatz so vieler Filmszenen wie dem joggenden Forrest Gump oder den Motorrädern in Easy Rider - sinnbildlich stehend für die Weite des Westens. Ganz am Ende der Geraden stehen dann die Touristen, um genau dieses eine Foto zu machen. Wir bleiben natürlich ebenfalls stehen und bannen dieses Weltklasse- Motiv auch auf den Chip.
Die KOA-Campsite "Monument Valley" erinnert irgendwie an eine Wagenburg in der Prärie, so wie die RVs und Wohnwagen dichtgedrängt und schutzsuchend in der Einsamkeit stehen. Wir erhalten einen Platz in der Mitte, was einen gewissen Windschutz verspricht. Das herrliche Panorama direkt hinter dem Platz ist fast unwirklich, vor allem im warmen Spätnachmittagslicht.
Der Sonnenuntergang bleibt uns dann jedoch verwehrt, dichte Wolken verdecken am Abend die Sonne, morgen soll das Wetter mal wieder kippen.








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