Great Smoky Mountains - die dunstigen Berge. Die hier lebenden Cherokee-Indianer gaben ihnen wegen der häufig auftretenden Nebel den Namen ,„Ort des blauen Nebels“ .
Heute ist diese Landschaft mit mehr als 11 Millionen jährlichen Besuchern der mit Abstand am meisten besuchte Nationalpark der USA. Das erklärt die Dimensionen des riesigen Campgrounds, auf dem wir heute geschlafen haben.
Unser Weg führt heute in weitem Bogen durch den Park bis nach Tennessee. Es ist sonnig mit Wolken, von Nebel zum Glück keine Spur.
Zunächst halten wir am Informationszentrum, um uns nach den Fahrtmöglichkeiten für unser RV zu erkundigen. Eine freundliche Parkrangerin stellt die Infos zusammen, kein Problem für unsere Pläne.
Eine Gebühr für den Park wird interessanterweise nicht erhoben also können wir gleich auf die Straße zum Newfound Gap-Pass einbiegen. Und direkt haben wir Wild-Kontakt: Eine Hirschkuh steht am Waldrand neben der Straße.

Natürlich darf man sich hier keinen Pass alpiner Größenordnung vorstellen, und auch der Blue Ridge Parkway war spektakulärer trassiert, es geht mit moderater Steigung und breiter Straße hinauf auf 1.539 Meter. Oben dann ein großer Parkplatz mit Autos aus den ganzen USA. Die Passhöhe markiert die Grenze nach Tennessee, worauf ein Schild mitten auf dem Parkplatz hinweist.
Wir suchen - der Zwerg wird in der Trage transportiert - den hier oben passierenden Appalachian Trail: Ein Schild zeigt die noch verbleibenden über 1.900 Wandermeilen bis zum Ziel in Maine. Tatsächlich sehen wir auch einige AT-Hiker, denen wir "Good luck" wünschen.

Auf der westlichen Seite fahren wir wieder hinab und biegen vor der Parkausfahrt ein in die Straße zum Cades Cove, ein offenes Hochtal, das mittels eines Loops, d.h. einer ringförmigen Einbahnstraße, erschlossen ist.
Bei der Hochfahrt steht auf einmal rechts im Wald einen Bär, leider besteht keine Chance zum Anhalten.
Im Tal von Cades Cove lebten bis zur Gründung des Nationalparks viele Hundert Siedlerfamilien, die dann ihre Höfe verlassen mussten. Ihre Häuser und Kirchen sind zum Teil erhalten, und ihre früheren Felder sind heute weite Wiesenflächen vor den Bergen; nach dem vielen Wald beim Gap ein ungewohntes offenes Blickfeld.

Die Loop-Straße erweist sich dann trotz der Recherchen der Rangerin als überaus klein, unser RV bewegt sich hier im Grenzbereich der Abmessungen, und die niedrigen Bäume machen die Fahrt nicht einfacher. Zudem fährt man hier in einer Art Autokarawane, die plötzlich, als links am fernen Waldrand ein Bär zu sehen ist, vollends und langwierig ins Stocken gerät. Irgendwann ist der Loop jedoch geschafft, und auf einmal fühlen sich alle Straßen breit an.
Die liebevoll gemachte Campsite in Townsend/ Tennessee liegt direkt hinter dem Parkende. Wir brauchen zum Check In nicht auszusteigen, sondern bekommen von der Platzchefin direkt einen Stellplatz zugewiesen, "Come to the office later, Sweetie". Kaum eingeparkt, kommt ihr Mann mit einem Golfwägelchen mit dem Papierkram zu uns an den Platz. "I have been in Munich during the Olympic Games. It was fantastic!" Später war er dann - natürlich - mit der Army in Deutschland, in Bamberg und in Wildflecken in der Rhön.
Wir stehen unter Bäumen nahe eines Flüsschens, und es ist endlich wieder einmal warm genug, um den Abend draußen sitzend mit einem Fläschchen Boston Lager beschließen zu können.



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