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Dienstag, 4. Juni 2019

Montag
Heute fahren wir zuerst die 30 Meilen nach San Francisco wieder zurück. Warum der Umweg? SF ist neben New York die teuerste Stadt der USA, das schlägt sich auch in den Campsites nieder, von denen es stadtnahe kaum welche gibt; und wenn, dann sind sie preislich unverschämt oder liegen in Gegenden, vor denen in den jeweiligen Internet- Bewertungen gewarnt wird.

An der Tankstelle hält neben uns ein Auto wie aus einem Spätsiebziger-Kriminalfilm. Ich frage den Fahrer, ob ich den Wagen fotographieren darf. "Sure!" "Great car. I'm missing Steve McQueen on the wheel!"; Lacht:  "That's true!"
Die US101 präsentiert sich in schönster Sonne,  es herrscht kaum Verkehr und wir kommen zügig voran. Doch kaum nähern wir uns San Francisco, sind jenseits der Hügel bereits wieder Hochnebel und Wolken zu erkennen, eine echte Waschküche. Wieder steigt die Spannung, ob die Brücke frei ist: Sie liegt zwar leicht in der Sonne, die Türme ragen jedoch in die Wolken, San Francisco ist im Dunst kaum zu sehen.

Trotzdem versuchen wir, einen Lookout mit Brückensicht zu finden. Das ist mit unserem RV kein leichtes Unterfangen, an die "normalen" Stellen trauen wir uns mit ihm nicht heran, diese kommen auch auf die Liste für den nächsten Urlaub. Trotzdem klappt es bei einem kurzen Stopp an einem Zaun an der Abfahrt nach Sausalito, die Brücke auf den Chip zu bannen.

Dann fahren wir wieder über die Brücke. Erneut ein tolles viel zu kurzes Erlebnis.Southbound ist die Überfahrt mautpflichtig, jedoch gibt es keine Kassenhäuschen mehr; als Tourist muss man die Maut vorher oder nachher im Internet bezahlen.

Die Weiterfahrt durch die Straßen von San Francisco ist wie am Vortag ein anstrengendes Erlebnis für sich. Zudem herrscht zäher feuchtkalter Hochnebel, während um die Stadt herum meist die Sonne scheint; Mark Twains Bonmot "Der kälteste Winter den ich je erlebt habe war ein Sommer in San Francisco" war wohl nicht ganz unbegründet.


Wir sind froh, als endlich die California #1 in Richtung Pacifica abzweigt. In Pacifica kommt dann in einer Kurve der große Moment: Das Meer liegt vor uns, es ist vollbracht!

Wir halten an einem State Beach, lauschen den Wellen des Pazifiks, gehen zum Strand, spüren den Wind und schauen den Surfern in der Brandung zu. Einfach phantastisch!


Die #1 folgt dem Ufer mal näher mal weiter weg. Es gibt zwischendurch herrliche Ausblicke auf die Küste, auf Felsen, Strand und Wellen. 

Je weiter wir uns von San Francisco entfernen, desto besser wird das Wetter, vor allem über dem Hinterland lacht die Sonne, an der Küste setzt sie sich peu à peu durch.

Unser Campingplatz liegt in der Nähe des Leuchtturms von Pigeon Point, einem Lighthouse- Klassiker wie von Edward Hopper gemalt.
Die KOA Campsite Costanoa ist erneut tip top. Es ist die erste mit Security am Eingang, überall sind gepflegte Sträucher und Stauden angelegt, alles ist in tadellosem Zustand. Da unser Platzteil nur mäßig belegt ist, erwischen wir einen Standort mit Meerblick, der zum Glück auch von zwei nach uns kommenden RVs nicht zugeparkt wird.

Wir gehen mit dem Zwerg noch hinunter in die Dünen - zum Meer ist es mit dem Kinderwagen im Sand nicht machbar - schauen auf den Ozean und genießen den Angekommen-Augenblick: Was für ein tolles Gefühl - Vom Atlantik zum Pazifik, einmal quer durch Amerika gefahren....





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