Mittwoch
Nach dem Start am Morgen in Moss Landing müssen wir zunächst noch einmal Vorräte ergänzen. Dafür halten wir beim Walmart in Marina, der ist vergleichsweise klein, aber gut sortiert, bietet er doch neben dem hier raren Samuel Adams-Bier auch den Zwergerlbrei mit den von ihm und uns favorisierten Zutaten an.
Nach dem Start am Morgen in Moss Landing müssen wir zunächst noch einmal Vorräte ergänzen. Dafür halten wir beim Walmart in Marina, der ist vergleichsweise klein, aber gut sortiert, bietet er doch neben dem hier raren Samuel Adams-Bier auch den Zwergerlbrei mit den von ihm und uns favorisierten Zutaten an.
Heute steht die Königsetappe der California #1 auf unserem Programm: Die großartigen 100 Meilen von Carmel nach San Simeon. Bereits Carmel-by-the-Sea (hier war Clint Eastwood viele Jahre Bürgermeister, "Ich komme in eine Stadt, der Rest ergibt sich" beschrieb er einmal seine Filmrollen) ist ein echtes Highlight: Gepflegte Atmosphäre, einladendes Understatement, gediegene Geschäfte und Galerien, entspannte Urlaubsatmosphäre - man fühlt sich sofort wohl hier.
Dann beginnt die einsame Bilderbuch- Küstenstraße, wer auf ihr losfährt, muss 100 Meilen durchfahren oder umkehren, Abzweigungen und Abkürzungen gibt es unterwegs keine. Es geht bis auf kurze Intermezzi immer am Meer entlang, prächtige Ausblicke reihen sich in einem fort aneinander. Einsam heißt jedoch nur abgelegen, nicht jedoch dass man alleine unterwegs ist.


Am Garrapata Beach kann man hinunter bis zu den Klippen gehen und schaut auf einen Weltklassestrand mit sagenhafter Brandung. Malt man sich ein Bild vom Paradies, so könnte es aussehen.


Das Wahrzeichen der Uferstraße, die Bixby Bridge - sehen wir nur im Vorbei- bzw. Drüberfahren, denn wegen einer Baustelle mit langen Staus sind dort alle Lookouts gesperrt.


Anschließend steigt die Straße deutlich an und führt alpin anmutend in großer Höhe durch die Felsen. Sie ist großartig trassiert und stets breit genug für unseren RV, jedoch ermüden irgendwann die endlosen Kurven mit dem sperrigen Gefährt.


In einigen Felswänden hängen dichte Wolken, auch später noch ist an einigen Stellen Nebel unser gelegentlicher Begleiter. Da sonst überall die Sonne scheint, gewinnt die Straße dadurch fast etwas Mystisches, ihr "Weitab von allem"-Sein wird dadurch noch deutlicher spürbar. An einer Passage fahren wir sogar über den Wolken, das heißt natürlich über dem Nebel auf dem Meer.
Bergauf-bergab, rechts-links, hinter der Leitplanke der Abgrund - erst kurz vor San Simeon wird die Straße ruhiger und führt nun in weiten Kurven durch Weideland. Diese einsame grüne Landschaft mit vom Wind verformten Bäumen erinnert uns nun wieder einmal ein wenig an Neuseeland, nur ohne die vielen Schafe.
Am Strand von Piedras Blancas erwartet uns dann eine Überraschung. Hier liegen Hunderte von Seeelefanten dicht an dicht im Sand und können von Lookouts beobachtet werden.
Mit einer Dame kommen wir ins Gespräch. Sie ist Mitarbeiterin der Organisation "Friends of the Elephant Sea" und informiert hier über die Seeelefanten und ihre Verhaltensweisen. Jeden Frühling kommen die Weibchen und jungen Männchen zur Häutung hierher und liegen dann mehrere Wochen im Sand. Das Betreten des Strandes ist streng verboten, und wäre auch lebensgefährlich, vor allem in der Geburtszeit im Spätwinter oder im Herbst, wenn die oft 2 Tonnen schweren Männchen hier ihre Revierkämpfe austragen. Heute ist alles ruhig, und wir sind sehr beeindruckt von diesem Schauspiel.
Wir passieren Hearst Castle, das wie ein toskanischer Landsitz oben am Hang gelegene Traumschloss des Pressezaren Randolph Hearst, und erreichen dann- leider im Nebel - unsere Campsite in Cayucos. Hier sind RV-Fahrer Exoten unter sehr vielen Dauercampern, die aus ihren Wohnwagen- Trailern behagliche Behausungen oder Feriendomizile gemacht haben.
Das Meer ist heute Abend leider nicht zu sehen, aber der Sound der Brandung klingt bis zu uns. Zum ersten Mal auf unserer Tour schlafen wir mit Meeresrauschen ein.








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