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Sonntag, 9. Juni 2019

Freitag
Wie so oft an solchen Plätzen ist unser RV der kleinste in der Reihe. 
Es ist sehr interessant, in die großen Trailer oder Busse der Nachbarn hineinzuschauen. Da bleibt kein Wunsch unerfüllt, vom großen Flachbildfernseher - gerne auch draußen beim Campfire - über großzügige Sitzmöbel sowie Waschmaschinen mit Trockner bis hin zu aus dem Chassis herausfahrbare Platzvergrößerungen (sog. "Slide  Outs") wird alles geboten. Und die Kollegen haben großes Geschick, diese fahrbaren Einfamilienhäuser mit ihren Pickups in enge Stellplätze zu manövrieren, gerne auch rückwärts (in sog. "Back in-Sites") über enge Wendeflächen. Das hatten wir ja schon damals bei Trevor in Harpers Ferry bewundert (wie lange ist das schon her....)
Die California #1 entfernt sich ab Pismo Beach erst einmal von der Küste. Im Binnenland geht es nach diversen Erdbeerplantagen später lange durch staubiges Weideland und kleine Ortschaften wie Guadelupe, das sich bei der Durchfahrt jedoch als recht interessant herausstellt.

Die Straße führt dann entlang der Vandenberg Air Force Base - NASA- Raketenstartplatz am Pazifik für Umlaufbahnen, die von Florida aus nicht erreichbar sind -, von der wir jedoch nur das Einfahrtstor sehen, bis nach Lompoc, wo wir Mittagspause machen.

Durch eine einsame Fels- und Wiesenlanschaft führt die Straße kontinuierlich wieder bergab und erreicht bald die Küste. Nun ist Santa Barbara nicht mehr weit. 
Ein Stau auf dem Freeway ist noch auszuhalten - Vorbote für Los Angeles, das inzwischen nur noch zweistellig auf den Entfernungstafeln steht. Die Autobahnabfahrt ist überraschenderweise links, was sehr gewöhnungsbedürftig ist, und geduldige Mitfahrer erfordert, die einen im Stau reinlassen- in Kalifornien eine seltene Spezies.

Wir erreichen dann am Nachmittag die heutige Campsite "Sunrise RV Park Santa Barbara". Schon auf den ersten Blick ist erkennbar, dass diese Nacht kein Spaß wird: Der Platz liegt genau im rechten Winkel zwischen Freeway und einer Auffahrt, und wir haben den exponiertesten Stellplatz. Na Bravo. Wer nicht wochenlang im Voraus buchen kann, muss nehmen was noch da ist....
Campsite-Host ist ein freundliches Ehepaar aus New Jersey (er)  und dem Mittleren Westen (sie). Nach frühzeitiger Pensionierung und einem 5-jährigen (!) RV-Trip führen die beiden nun diesen Platz in der "most beautiful City in America".

Am späten Nachmittag geht es dann noch mit dem Linienbus in die Stadt, die sich als sehr grün mit vielen Palmen und blühenden Bäumen erweist. Auch hier fühlt man sich sofort wohl, die Atmosphäre ist elegant aber nicht verstaubt, viele Cafés und Lokale laden zum draußensitzen oder hereinkommen ein, bei den Geschäften findet sich kaum eines der sonst üblichen Ketten.  Die Häuser sind überwiegend in einem mexikanischen Weiß gestrichen.

Am Pier und dem mit Palmen-begrenzten abendlich-leeren Strand kommt dann wieder echtes Feriengefühl auf.  Der Pazifik is blau und fast spiegelglatt - einfach nur schön.

Am Bahnhof steht dann noch als Überraschung der Amtrak-Schnellzug "Coast Starliner", der in 36 Stunden von Seattle nach L.A. verkehrt. Wieder einmal ein klasse Erlebnis, die brummenden US-Dieselloks und die eindrucksvoll hohen Doppelstock-Schlafwagen aus der Nähe  und dann vorbeifahren zu sehen.

Zurück "daheim" ist die Campsite dann weniger romantisch als die Stadt, aber mit einem Sauvignon Blanc erträglich. Bei der nächsten Rückkehr nach Santa Barbara werden wir uns eine schöner gelegene Location suchen.


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