Freitag
Die Route66 biegt in Barstow Richtung Süden nach San Bernadino ab; dies liegt dann jedoch schon im unattraktiven Großraum Los Angeles, den wir erst in gut einer Woche erreichen wollen (bzw. müssen....). Daher verlassen wir hier in Barstow diese ebenso altehrwürdige wie großartige Straße, der wir seit Springfield/ Missouri über 1.727 Meilen bzw. 2.779 Kilometer gefolgt sind. In Santa Monica werden wir sie an ihrem Endpunkt am Pazifik noch einmal wiedersehen.
Die Campsite KOA-Barstow gehört nicht zu den besten, die wir bisher gesehen haben, ist aber insgesamt ok. Für Kinder gibt es neben den üblichen Hüpfburgen und Basketballkörben noch eine originelle Spielplatzeinrichtung: Ein ausrangierter Caboose, also ein Güterzugbegleitwagen, der Santa Fe Railroad.

Der Shop des Campingplatzes ist gut sortiert: Laut der KOA-App sind für unseren nächsten Platz nur noch Stellplätze mit 50 Ampere-Anschlüssen frei, die 30 Ampere-Sites, die wir für unseren RV benötigen, sind schon weg. Also muss ein Adapter her in der richtigen Konstellation: 50 auf 30 Ampere. Dieser ist hier vorrätig (Eigentlich hätte dieser Adapte laut Anleitung zum Bordwerkzeug gehört, wir haben jedoch nur einen für 15 auf 30 Ampere mitbekommen).
Der heutige Plan ist, ganz unspektakulär Meilen zu machen und uns in Richtung San Francisco zu bewegen, das noch mehr als zwei RV-Reisetage entfernt ist. Wir fahren also nach Westen Richtung Bakersfield weiter durch die Mojave Wüste und passieren die aus Space Shuttle-Zeiten bekannte Edwards Air Force Base und den großen Flugzeug- Parkplatz und -friedhof in Mojave.
Vor uns ragt die Sierra Nevada auf, die wir über den vergleichsweise niedrigen Tehachapi- Pass überqueren. Unterhalb und im Joch des Passes stehen Tausende von Windrädern, ein fast bedrohlicher Anblick.
Auf der Passhöhe wird die Vegetation üppiger, wir haben die Wüste verlassen. Die Interstate windet sich elegant ins Central Valley, also die kalifornische Tiefebene, ab. Hiermit haben wir dann auch das letzte Gebirge zwischen den Küsten überquert.
Bakersfield, eine von der Ölindustrie gekennzeichnete Großstadt, durchfahren wir nur und verlassen kurz nach ihren Grenzen die Autobahn Richtung Norden. Es ist hier viel schwüler als in der Wüste, aber ähnlich heiß.
Es geht zunächst durch ein großes Ölfeld mit einer Unmenge von Pumpen, für uns nach vielen tausend Kilometern Natur ein sehr ungewohnter Anblick.


Jedoch wechselt die Aussicht schnell in landwirtschaftliche Flächen mit Weinfeldern, Weiden mit bräunlichem Gras und weitläufige Aprikosen- Plantagen, bei denen oft die überreifen Früchte schon unter den Bäumen liegen.
Über den nordöstlichen Bergen hängen riesige Wolken; das ist die umfassende Unwetterzone, das uns den Besuch der Nationalparks Sequoia, Kings Canyon und Yosemite vereitelt und dort für spätwinterliche Verhältnisse sorgt.

Nach 70 Meilen oft schnurgerader Straße erreichen wir Visalia, unser heutiges Ziel. Die KOA-Campsite scheint ordentlich geführt, der Pool ist hier geöffnet jedoch bis Abends von Kindern belagert. Beim Stromanschluss erwartet uns dann noch eine Überraschung: Unser Stellplatz ist zwar im Internet und auch auf dem Platz-Plan als 50 Anpere- Site ausgewiesen, jedoch ist im Anschlusskasten dennoch auch auch 30 Ampere- Steckdose verfügbar. Wir verwenden trotzdem 50 und unseren neuen Adapter - soviel Spaß muss sein.






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